Primarschule Uster
Christina Zigerli unterrichtet seit 2020 im Kindergarten Lot 1 der Schuleinheit Pünt. Sie glaubt fest daran, dass die frühe Kindheit die Grundlage für das gesamte Leben bildet.
Der Einsatz erfolgt altersgerecht und ist im Lehrplan des Kindergartens verankert. Jede Lehrperson setzt dies anders um – von spielerisch-explorativ bis strukturiert mit Lernzielen. Wir nutzen zum Beispiel Lern-Apps, fotografieren mit dem iPad, erstellen Stopmotion-Filme oder halten in digitalen Tagebüchern Erlebnisse und Projekte fest. Mit QR-Codes können wir Informationen oder Geschichten verknüpfen und kleine Roboter wie Bee-Bots bieten erste Möglichkeiten für das Programmieren. Wichtig ist, dass digitale Medien das kreative und soziale Spiel ergänzen und nicht ersetzen.
Kindergarten-Lehrerin Christina Zigerli setzt digitale Medien gezielt und begrenzt ein.
Wir sehen vor allem vier mögliche Folgen: eine geringere Konzentration, weniger Kreativität, eine eingeschränkte soziale Interaktion sowie Unruhe und Reizbarkeit. Kinder, die häufig digitale Medien konsumieren, sind schnelle Belohnungen gewohnt und haben deshalb Schwierigkeiten, sich auf freies Spiel oder Aufgaben zu fokussieren. Auch die Eigeninitiative und Fantasie nehmen ab, da sie sich stärker an vorgegebenen Inhalten orientieren. Sie tauschen sich weniger mit anderen aus und üben dadurch Konfliktlösungsstrategien seltener. Ausserdem reagieren manche Kinder frustriert oder unruhig, wenn sie keinen Zugang zu digitalen Medien haben.
Wir setzen digitale Medien gezielt und begrenzt ein und wählen hochwertige, altersgerechte Inhalte. Vor allem aber fördern wir Offline-Aktivitäten und die Kreativität, zum Beispiel mit freiem Spiel, Rollenspielen, Bewegung, Musik oder Entspannungsübungen. Wir stärken auch die soziale Interaktion und die Konfliktlösung im Alltag. Gesprächsrunden und Bilderbücher tragen zur emotionalen Entwicklung bei.
Ein geeignetes Projekt ist der "Spielzeugfreie Kindergarten", den wir etwa alle zwei Jahre durchführen. Dabei verzichten wir bewusst auf vorgefertigtes Spielzeug wie etwa Puppen oder Fahrzeuge. So geben wir den Kindern Raum, ihre Kreativität, Fantasie und ihre sozialen Kompetenzen zu entfalten, neue Spielideen zu entwickeln und Alltagsmaterialien kreativ zu nutzen.
Der Kindergarten kann Impulse geben, aber die Mediennutzung zu Hause bleibt eine Familienentscheidung. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist daher wichtig. Digitale Medien sind ein Teil der heutigen Welt. Ziel ist nicht ein Verbot, sondern ein bewusster Umgang damit.
Christina Zigerli mag an ihrem Beruf, dass sie täglich die Neugier und Kreativität der Kinder erleben und sie in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen kann.
Die Mutter von zwei Kindern im Primarschulalter nutzt digitale Medien vor allem zur Unterrichtsvorbereitung, zur Erstellung von Lernmaterialien, zur Reflexion ihrer pädagogischen Arbeit und um sich über aktuelle Entwicklungen in der Bildungswelt zu informieren. Privat nutzt sie sie für Kommunikation, Organisation, Nachrichten und gelegentlich zur Unterhaltung.